Neue Studien: So sehen die Autos der Zukunft aus


Weil das Auto der Zukunft selbstfahrend ist, wird sich auch der Innenraum stark verändern. Schließlich haben die Insassen nun viel Zeit für andere Dinge, als für die Steuerung. Erste Konzept- und Designstudien geben Einblicke in die futuristische neue Welt des Automobils. 

Touch-Screens gehören zur Standardausrüstung der Zukunftsautos
Touch-Screens gehören zur Standardausrüstung der Zukunftsautos

Die Autos der Zukunft sind noch voller mit moderner Technik als heute schon. Große Touch-Screens gehören in der Zukunft zur Standardausrüstung. Auf ihnen kann man alle Fahrzeugdaten, aber zum Beispiel auch Filme sehen. Bildquelle: Syda Productions – 309731843 / Shutterstock.com

Der Automobilmarkt befindet sich im Umbruch. Auch wenn alternative Antriebe, insbesondere der Elektroantrieb, immer noch in den Kinderschuhen stecken, wird diese Technologie langsam aber sicher immer wichtiger. Die Politik beginnt endlich Druck auszuüben und die eher unwilligen Autobauer zu neuen Entwicklungsschüben zu zwingen. Zwar gibt es von den Herstellern tolle Konzepte für Elektromobilität, doch so richtig kommt man nicht voran. Teure Preise und geringe Reichweiten sorgen noch immer dafür, dass die Verbraucher kein rechtes Interesse an E-Autos haben. Der Bundesrat will nun, dass ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden sollen.

Aber nicht nur was den Antrieb angeht wird derzeit getüftelt. Die Zukunft des Autos ist selbstfahrend. Und das ist keine wilde Vision mehr, wie sie noch vor wenigen Jahren in Zukunftsfilmen verbreitet wurde. Das selbstfahrende Auto ist so weit vorangeschritten, dass auch hier die Politik handeln muss. Weltweit werden immer mehr Teststrecken ausgezeichnet, auf denen schon heute im ganz normalen Verkehr selbstfahrende Autos unterwegs sind.

Die Politik muss ein Regelwerk stricken, das diese neue Technik tatsächlich anwendbar macht. Noch gibt es viele offene Fragen, die geklärt werden müssen. Denn einen verantwortlichen Fahrer gibt es nicht mehr. Der Fahrer wird zum Insassen, er lässt sich lediglich von A nach B transportieren, so wie auch im Flugzeug oder Zug.

 

Wann wären Sie grundsätzlich bereit,

die Kontrolle über Ihr Fahrzeug abzugeben?

Beim Parken 63 Prozent
Im Stau auf der Autobahn 45 Prozent
Im fließenden Verkehr auf der Autobahn 15 Prozent
Im Stadtverkehr 9 Prozent
Während der gesamten Fahrt auf allen Straßen 7 Prozent
Gar nicht 27 Prozent

Quelle: Bitkom

 

Designstudien zeigen neues Innenleben

Indes macht man sich bei den Autobauern Gedanken darüber, wie man den Insassen die neu gewonnene Freiheit versüßt. Den wie im Flugzeug und Zug steht ihnen zukünftig bei der Beförderung Zeit für andere Dinge zur Verfügung. Volkswagen hat auf der Consumer Electronics Show 2016 in Las Vegas eine Konzeptstudie namens “Budd-E” vorgestellt. Diese Studie zeigt ein elektrisch angetriebenes Zukunftsfahrzeug, das selbstverständlich keinen Fahrer mehr benötigt.

Dieses Auto weicht im Design erheblich von heute bekannten Fahrzeugen ab. Es verfügt über zwei riesige Bildschirme. Einer ist 13,3 Zoll groß, der andere mit 12,3 Zoll unwesentlich kleiner. Sie ersetzen fast vollständig das Armaturenbrett. Auf diesen Bildschirmen werden alle relevanten Informationen zum Fahrzeug und seinem Betrieb angezeigt. Sie dienen aber nicht nur als Schaltzentrale, in die man zum Beispiel das Ziel eingibt, sondern auch als multimediales Entertainment-Center. Steuerbar sind alle Funktionen sowohl über Berührung, Gesten und Sprache. Zudem lässt sich vieles über eine App auf dem Tablet einstellen.

Insgesamt ist der Innenraum deutlich geräumiger. Das ist auch nötig. Denn während man sich heute noch auf das Fahren konzentrieren muss, kann man demnächst gemütlich lesen oder ein Video schauen. Selbstverständlich nimmt man dann eine ganz andere Sitzposition ein und schlägt auch mal die Beine übereinander. Beim VW-Studienauto hat man die Mittelkonsole entfernt, damit die Insassen mehr Bein- und Bewegungsfreiheit haben. Andere Tätigkeiten erfordern auch neue Beleuchtungskonzepte. Das Licht kann individuell angepasst werden.

Volvo mit angepasstem Design

Während das Konzept von Volkswagen sehr futuristisch ist und deshalb noch schwer vorstellbar scheint, hat Volvo eine Designstudie präsentiert, bei der das moderne, selbstfahrende Auto deutlich mehr an heutige Fahrzeuge erinnert. Auch bei “Concept 26” steht ein großer Bildschirm im Vordergrund. Er befindet sich jedoch mehr auf der Beifahrerseite.

Die neuen Autos bekommen aber auch mehr Ähnlichkeiten mit anderen Verkehrsmitteln. So lässt sich beim Volvo ein Tisch aus der Tür fahren, der zum Beispiel für einen schnellen Snack genutzt werden kann. Damit auch der Fahrer einen Film schauen kann, lässt sich ein Fernseher aus der Mittelkonsole fahren. Die Sitze sind weit nach hinter verstellbar, so dass man fast eine Liegeposition einnehmen kann. Das Lenkrad, das trotz neuer Technologie natürlich noch überall vorhanden ist, lässt sich einfahren, so dass noch mehr Platz gewonnen werden kann.

Mercedes wird zur Sitzgruppe

Sehr futuristisch wiederrum sieht der Innenraum des Mercedes-Benz F 015 Luxury in Motion aus. Hier gibt es zwar auch ein Armaturenbrett mit Lenkrad und Bildschirm, doch das Augenmerk liegt eindeutig auf dem Zeitvertreib. Die vier geräumigen Schalensitze im Mercedes ergeben eine Sitzgruppe, in deren Mitte sich ein kleiner Tisch befindet, ganz so wie im Zug, nur mit deutlich mehr Platz. Dafür lassen sich die beiden vorderen Sitze drehen, sogar in alle Richtungen. Da die Türen im Studien-Mercedes zur Seite aufgehen, steuerbar über ein Touch-Display in den Türen selbst, gibt es auch viel Platz zum bequemen Einsteigen.

Egal welche Studie man sich anschaut, im Mittelpunkt steht immer die multimediale Technik, was am großen Display zu sehen ist. Mit ihm kann man nicht nur Filme gucken, sondern auch im Internet surfen. Und dadurch ergeben sich unendlich viele Möglichkeiten zum Zeitvertreib. “Während der Autofahrt wird man künftig ganz entspannt im Online Casino dem Spielspaß nachkommen können.”, so der Betreiber des Portals onlinecasino-austria.at.

Nun kommt es letztlich nur noch auf den Verbraucher an. Auf die Frage, ob sie sich ein Auto kaufen würden, das selbstständig fährt, antworteten die Teilnehmer einer Bitkom-Umfrage wie folgt:

–      Nein: 67 Prozent

–      Ja: 37 Prozent

–      Weiß nicht: 3 Prozent

Autobauer müssen für ihre Zukunftsmodelle also nicht nur Überzeugungsarbeit bei der Politik, sondern auch bei den potentiellen Kunden leisten.

 

Bildquelle: Syda Productions – 309731843 / Shutterstock.com

 

 


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